Im Rahmen der achten Österreichischen Entwicklungstagung gibt es die Möglichkeit mitzuwirken. Diese Einladung richtet sich an alle Organisationen, Institutionen und auch an engagierte Einzelpersonen, die sich für Fragen der Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungspolitik, Internationale Entwicklung und das Thema Globale Ungleichheiten interessieren, und einen Beitrag zum Gelingen der 8. Entwicklungstagung leisten wollen. Welche Möglichkeiten der Mitwirkung gibt es?
1. Bewerben der Entwicklungstagung
Wir ersuchen, die Informationen über die Tagung an potentiell interessierte Personen weiterzuleiten, etwa über e-mail-Newsletter und Social Media, über Beilage eines Folders in Aussendungen oder durch das Aufhängen von Werbeplakaten. Folder und Plakate wird es ab September 2020 geben, Bestellungen werden aber ab sofort angenommen: laura.magenau@paulofreirezentrum.at
2. Auflegen von Informationsmaterial
Im Rahmen der Tagung wird es die Möglichkeit geben, Unterlagen von Organisationen aufzulegen und damit an ein interessiertes Zielpublikum zu bringen. Bevorzugt werden die zuerst eingelangten Meldungen bzw. Meldungen von mitfinanzierenden Organisationen. Bitte bekunden Sie Ihr Interesse an laura.magenau@paulofreirezentrum.at
Hintergrund zum Tagungsthema „Globale Ungleichheiten“
Globale Ungleichheit ist einer der wesentlichen Ausgangspunkte des entwicklungspolitischen Diskurses. Seit über Entwicklung gesprochen wird, stellt Armut, also die globale Ungleichheit der Einkommen, den mitunter größten Bezugspunkt dar. Auch im 21. Jahrhundert ist die Welt weit davon entfernt, sich des Adjektivs „ungleich“ zu entledigen. Vielmehr haben wachsende Ungleichheitsraten im Globalen Norden in Folge der Finanzkrise seit 2008/09 zu einer intensiveren Diskussionen ihrer Ursachen und möglicher Gegenstrategien geführt. Der breite Erfolg von Publikationen wie Thomas Pikettys Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ illustriert das öffentliche Interesse für die Thematik beispielhaft. Dabei ist klar: Gesellschaftliche Ungleichheiten lassen sich längst nicht nur einkommensseitig festmachen. Sie stellen ein multidimensionales Phänomen dar, das unterschiedlichste soziale Gruppen aufgrund von Verschiedenheiten in Alter, Geschlecht, Herkunft und ähnlichen Kategorisierungen in eine asymmetrische Beziehung setzt. Mit dem, kontroversiell diskutierten, SDG 10 wird diesem Umstand auch seitens der UNO explizit Rechnung getragen.
Für die Befassung mit Globalen Ungleichheiten ergeben sich daraus folgende zentrale Achsen:
- Verstehen: Wie hängen Ungleichheiten innerhalb des globalen Nordens mit globalen Ungleichheiten zusammen? Und wie kann die Eingrenzung auf den Nationalstaat als Ebene der umverteilenden Sozialpolitik (der “methodologische Nationalismus”) im Nachdenken darüber überwunden werden?
- Handeln: Was kann und was muss gegen globale Ungleichheiten getan werden? Welche Rolle spielt Entwicklungszusammenarbeit dabei, welche können die SDGs spielen? Was kann (von jedem Einzelnen) auf der Mikro-, was (nur politisch organisiert) auf der Makroebene getan werden?
- Lernen: Was kann im Globalen Norden vom Globalen Süden dabei gelernt werden? Was gibt es an inspirierenden Strategien, Aktions- und Vernetzungsformen? Was kann vom Umgang mit Niederlagen und Rückschlägen gelernt werden?
Die österreichische Entwicklungstagung
Die Entwicklungstagung stellt seit nunmehr bald zwei Jahrzehnten einen Schwerpunkt der Arbeit von Freire Zentrum und Mattersburger Kreis dar; in ihr wird vieles sichtbar, was uns ein Anliegen ist und wofür wir stehen: Engagierte Wissenschaft, Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis, Reflexion zu brennenden Fragen der Entwicklungspolitik, Vernetzung von Politikfeldern, politische Bildung im weiteren Sinn. Diese Form der Reflexion wurde von den Teilnehmer*innen stets als anregend empfunden und zu einem der größten Fixpunkte im österreichweiten Dialog über Entwicklungsfragen. Die Entwicklungstagung ist als Großveranstaltung für ca. 300-400 Personen konzipiert. Sie bindet eine Vielzahl an Akteur*innen der Entwicklungspolitik ein, stellt aber auch Brücken mit anderen Akteur*innen her und ist somit ein wichtiger Rahmen des Austausches über die „eigenen Arbeitsgrenzen“ hinweg.
Ziele: Warum eine Entwicklungstagung?
1. Inhaltliche Weiterentwicklung:
Die Tagung ermöglicht den beteiligten Personen und Institutionen, ihre eigenen Zugänge und Positionen im Hinblick auf grundlegende Aspekte der Entwicklungspolitik und humanitären Hilfe im Rahmen eines kollektiven Lernprozesses weiterzuentwickeln. Die Entwicklungstagung versteht sich als Freiraum für die Reflexion der zahlreichen Widersprüche, in denen wir uns tagtäglich bewegen.
2. Medienpräsenz und öffentliches Zeichen:
Die Entwicklungstagung ist ein wichtiges Lebenszeichen nach außen, dass hinter dem Thema Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe viele interessierte Menschen und Organisationen stehen; das tut auch jenen gut, die sich seit Jahren engagieren und durch die breite Teilnahme konkret erleben, dass sie „nicht die einzigen sind“, die das tun.
3. Vernetzung:
Die Entwicklungstagung ist Treffpunkt der entwicklungspolitischen Öffentlichkeit; Menschen aus den verschiedensten Feldern der Entwicklungsarbeit begegnen einander: NGO-Mitarbeiter*innen, engagierte Aktivist*innen, interessierte Studierende, Journalist*innen, Mitarbeiter*innen öffentlicher Einrichtungen. Diese Vernetzung reicht aber über das Feld der Humanitären Hilfe und Entwicklungspolitik hinaus.
Ziel- & Dialoggruppen:
Die Entwicklungstagung zielt primär auf eine Selbstreflexion der Akteur*innen des entwicklungspolitischen Feldes, die dementsprechend prioritär behandelt werden.
- Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen entwicklungspolitischer und humanitärer Institutionen; sowohl Nichtregierungsorganisationen als auch staatliche Stellen;
- Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen und Sympathisant*innen entwicklungspolitischer und humanitärer und/oder sozialer Organisationen sowie globalisierungskritischer und ökologischer Bewegungen;
- An entwicklungspolitischen Fragestellungen interessierte Personen: Studierende, Universitätslehrende, die sich mit globalen Fragen beschäftigen, Lehrer*innen etc.;
- Öffentliche Meinungsbilder*innen und Entscheidungsträger*innen: Journalist*innen etc.
Träger*innen: Wer macht die Tagung?
An der Entwicklungstagung 2020 wirken neben dem Paulo Freire Zentrum u.a. folgende Organisationen als Träger*innen mit:
- AG Globale Verantwortung
- Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den Österreichischen Universitäten
- Uni Linz / Abt. Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie
Folgende Organisationen wirken als Mitveranstalter*innen mit:
- appear-Programm, Hochschulkooperationsprogramm der OEZA
- Dreikönigsaktion der KJSÖ
- Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien
- Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien
- Institut für Soziale Ökologie (SEC) an der Universität für Bodenkultur Wien
- IUFE
- Klimabündnis
- KSÖ – Katholische Sozialakademie Österreichs
- Karl-Renner-Institut
- ÖFSE
- VIDC – Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation)
- WIDE – Women in Development Europa
Oberösterreichische Strukturen & Organisationen:
- AK Oberösterreich
- DKA Linz
- JBI – Jahoda-Bauer-Institut
- KAB – Katholische Arbeitnehmerbewegung OÖ
- PH – Pädagogische Hochschule OÖ
- Südwind Oberösterreich
- Welthaus Linz
- weltumspannend arbeiten
Finanzielle Rahmenbedingungen
Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung (für max. 2 Personen pro Workshop sowie für. max. 5 Personen pro Forum) im Zusammenhang mit der Tagung sowie für Material werden vom Tagungsbudget übernommen. Die Unterbringung wird – falls nötig – von uns vermittelt werden. Aufgrund budgetärer Beschränkungen können wir für die Fahrtkosten zum Tagungsort leider nicht aufkommen; in Einzelfällen bei prekarisierten Referent*innen können wir Fahrtkosten übernehmen.
Die Workshops auf der Tagung sollen ein Spiegel für Themen und Aktivitäten in der österreichischen Entwicklungspolitik darstellen. Da die Tagung sich nicht als ein von außen hergestelltes Produkt versteht, sondern als „Selbstverständigung“ der Entwicklungspolitik in Österreich (Einander-Begegnen, Sich-Darstellen, Sich-Erneuern), sollen auch die Workshops durch Engagement und Ressourcen interessierter Personen und Institutionen zustande kommen. Wir können leider kein Honorar anbieten, wohl aber die Möglichkeit, mit interessierten Menschen zu einem bestimmten Thema arbeiten, diskutieren und dabei auch sich selbst präsentieren zu können.
Nach der Tagung werden Praktikant*innen und freie Mitarbeiter*innen des Paulo Freire Zentrums sowie Studierende einen kurzen Bericht des Workshops verfassen, der online im Rahmen der Tagungsdokumentation erscheint. Die Leiter*innen der Workshops werden dazu evtl. um Unterstützung ersucht.
Kontakt für Rückfragen
Fragen und Rückmeldungen bitte per E-mail an Laura Magenau (Assistenz Entwicklungstagung):
Paulo Freire Zentrum für transdisziplinäre Entwicklungsforschung und dialogische Bildung
c/o C3 – Centrum für Internationale Entwicklung
Sensengasse 3
A-1090 Wien
Tel.: ++43 / 1 / 317 40 17
https://www.paulofreirezentrum.at
E-mail: laura.magenau@paulofreirezentrum.at
Die Entwicklungstagung wird aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) finanziert – wir danken!
