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Idee hinter der Entwicklungstagung

 

 

 

 

 

 

Die Entwicklungstagung ist ein kooperatives Projekt in breiter Trägerschaft österreichischer entwicklungspolitischer Akteur*innen. Sie stellt seit nunmehr bald zwei Jahrzehnten einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit von Paulo Freire Zentrum und Mattersburger Kreis dar, die die Koordination der Tagung übernehmen.

In ihr wird vieles sichtbar, was uns ein Anliegen ist und wofür wir stehen: engagierte Wissenschaft, Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis, Reflexion zu brennenden Fragen der Entwicklungspolitik, Vernetzung von Politikfeldern, politische Bildung im weiteren Sinn. Diese Form der Reflexion wurde von den Teilnehmer*innen stets als anregend empfunden und zu einem der größten Fixpunkte im österreichweiten Dialog über Entwicklungsfragen.

Auf den Entwicklungstagungen wollen wir, nach der Pädagogik Paulo Freires, einen Dialog von unten initiieren, statt eine Konferenz von Prominenz von oben monopolisiert vorzufinden. Wir verfolgen die Idee eines doppelten Dialogs, zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft zum einen, und zwischen globalem Norden und Süden zum anderen. Dialog und Demokratie ereignet sich durch engagiertes Tun. Dabei sind nicht „Ergebnisse“ das Ziel, sondern gegenseitiges Lernen, Wertschätzung für marginalisierte sowie differenzierte Zugänge, Horizonterweiterung, Motivation und ein gegenseitiges Anstecken mit Visionen.

Die bisherigen neun Entwicklungstagungen (+plus eine, corona-bedingt virtuelle, 2020) schlossen an die drei Entwicklungskonferenzen der 1990er Jahre an und widmeten sich folgenden Themen:

2001 – Salzburg: Die Zukunft der Zivilgesellschaft
2003 – Graz: Globalisierung ist kein Schicksal, Globalisierung wird gemacht
2005 – Linz: Eigentum anders (Solidarökonomie)
2008 – Innsbruck: Wachstum – Umwelt – Entwicklung
2011 – Krems: Gemeinwohl entwickeln. Der Staat zwischen Gemeinschaft und Weltgesellschaft
2014 – Salzburg: umbruch aufbruch.
2017 – Graz: Sozial-Ökologische Transformationen jetzt!
2020 – #webET2020! Global inequalities in the covid-19 pandemic
2022 – Linz: Globale Ungleichheiten
2025 – Innsbruck: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Die Entwicklungstagung ist als Großveranstaltung für ca. 250-300Personen konzipiert. Sie bindet eine Vielzahl an Akteur*innen der Entwicklungspolitik ein, stellt aber auch Brücken in andere Milieus her, damit die “EZA-Szene” nicht unter sich bleibt.

 

Die Entwicklungstagung 2025, die vom 21.-23. November in Innsbruck stattfand, bot als österreichweit größte Veranstaltung zu Entwicklungspolitik Raum für Debatte und Reflexion zu aktuellen Herausforderungen.

Engagierte Wissenschaft, Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis, Reflexion zu brennenden Fragen der Entwicklungspolitik, Vernetzung von Politikfeldern und politische Bildung im weiteren Sinn standen im Mittelpunkt. Nach der Pädagogik Paulo Freires wurde ein Dialog auf Augenhöhe initiiert, statt eine Konferenz von Prominenz von oben monopolisiert. Wir verfolgen die Idee eines doppelten Dialogs, zwischen engagierter Wissenschaft und kritischer Zivilgesellschaft zum einen, und zwischen globalem Norden und Süden zum anderen.

250 Teilnehmer*innen setzten sich drei Tage lang in Innsbruck mit diesen Fragen auseinander, diskutierten über Perspektiven für Entwicklungspolitik und Internationale Entwicklung und nutzten die Gelegenheit zur Vernetzung.

Um keine Berichte und news zur nächsten Entwicklungstagung 2028 zu verpassen, melden Sie sich gerne zu Newsletter des Paulo Freire Zentrums an! Wir verstehen die Entwicklungstagung als gemeinsamen Lernprozess, denn, wie Paulo Freire sagte:

„Wir müssen an die Fähigkeit der anderen glauben, etwas zu wissen, etwas zu schaffen, etwas zu entwickeln und wiederzubeleben.“
(Freire, P. (1981): Der Lehrer ist Politiker und Künstler. Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. S. 129.)

Bildhinweis:

Das erste Foto zeigt ein Podium der ersten Entwicklungstagung 2001 mit Franz Kolland, Andreas Novy, der Dom Demetrio Valentini (Bischof von Jales, Brasilien) übersetzt, Eva Klawatsch-Treitl (2016 verstorben), dann Sektionschef Georg Lennkh (2025 verstorben) und Klaus Meschkat (Uni Hamburg) sowie Karin Fischer, hinter ihr leider nur als Schatten: Teclaire Ngo-Tam (Südwind).
© Archiv Paulo Freire Zentrum

Das zweite Foto zeigt den Eröffnungspolylog der jüngsten Entwicklungstagung 2025 mit Patrick Bond (Südafrika), Jens Martens (Bonn) und Rina Alluri (Universität Innsbruck), Moderation durch Karin Fischer (Universität Linz/Mattersburger Kreis).
© Maike Schönwolff