Kleinbäuerliche Bewegungen erarbeiten bereits seit Jahrzehnten Methoden für eine Landwirtschaft auf Basis natürlicher Kreisläufe und zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Agrarökologie findet weltweit Zulauf, in Europa z.B. im Zuge des EU Green Deal, oder der Farm-to-Fork- und Biodiversitätsstrategien.
Das Zusammentreffen mehrerer ökologischer und sozialer Krisen erfordert einen Paradigmenwechsel globaler Nahrungssysteme. Politisch ist die Debatte um Nahrungssystemtransformation jedoch gefangen zwischen transformativem Anspruch und Business-as-usual. So versprach der UN Food Systems Summit im September 2021 ein „Lösungsgipfel“ zu sein und Agrarökologie wurde von einigen Akteuren als transformativer Rahmen propagiert.
Im Workshop blicken wir auf Agrarökologie als Praxis, wissenschaftliche Disziplin und politisch-soziale Bewegung. Ein Schwerpunkt wird auf der Rolle von kleinbäuerlichen Netzwerken im globalen Süden, sowie aktuellen politischen Auseinandersetzungen und Fragen globaler Gerechtigkeit, liegen.
Neben kurzen inhaltlichen Inputs werden (Rollen-)spiele und interaktive Methoden den Workshop gestalten. Die Teilnehmer*innen werden ein Verständnis für die Möglichkeiten gesellschaftlicher Veränderung durch Agrarökologie, sowie die Gefahren durch Kooptierungsversuche und „Greenwashing“ bekommen.
Referent:
Philipp Bück ist Themenprojektreferent für kleinbäuerliche Rechte und Agrarökologie in Asien bei der Dreikönigsaktion der kath. Jungschar. Er arbeitet seit 20 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit, seit 2018 mit Schwerpunkt auf Agrarökologie und Nahrungssystemtransformation. Gelegentlich ist er externer Lektor an der Universität Wien, studiert selbst oder gärtnert Gemüse.
Host:
Dreikönigsaktion der kath. Jungschar
Workshop-Termin: Samstag, 12. November 2022, 11:15 bis 13:00 Uhr.
Der Workshop findet im Seminarraum 219 im Science Park 2 statt.
