- Privates Eigentum sei immer stark mit Autorität und Männlichkeit verbunden, deshalb hänge das Herstellen von Geschlechtergerechtigkeit „wesentlich davon ab, eine andere Form von Eigentum zu entwickeln“.
- „Es gibt dann welche, die kein Eigentum mehr haben, wenn andere sich ihr privates Eigentum verschaffen.“ Deshalb ist privates Eigentum immer ausschließend und oft mit Gewalt verbunden.
- Die Eigenheit des kapitalistischen Eigentums liege in seiner Tendenz zur Monopolisierung der Produktion. Dies führe dazu, dass „Groß Klein frisst“, weil die Großen mehr leisten könnten, als die Kleinen.
- Schließlich fördere privates Eigentum eine biedermeierliche Einstellung. Frei nach dem Motto: „Wenn wir die Augen vor der Weltentwicklung verschließen, dann wird sie uns nicht treffen“, zögen sich die Menschen heute immer mehr in ihre „Privatsphäre“ zurück und interessieren sich nicht mehr für Politik.
Staatliches Eigentum die Alternative?
Solidarisches Eigentum drei Wegweiser für eine Alternative.
Als zweiten Wegweiser streicht Novy die Bedeutung der Eigentumsregelung für wichtige natürliche Ressourcen wie Wasser, Öl und Luft heraus. Das Beispiel Öl zeige sehr deutlich, dass die derzeitigen Eigentumsverhältnisse an natürlichen Ressourcen Krieg und Totalitarismus fördern. Das in den 1980er Jahren entstandene Klimabündnis illustriere, dass ein globales Bewusstsein sowie globale Solidarität möglich seien und zu einer nachhaltigeren Nutzung der natürlichen Ressourcen beitragen könnten. Die Frage, ob diese andere Art der Verfügung über natürliche Ressourcen zu einer verbreiteten Praxis werde, sei sehr stark mit der zukünftigen Gestaltung des Lebensstils in den „nördlichen“ Industrieländern verbunden.
Da heute zunehmend von Wissensgesellschaft gesprochen werde, sei die Frage, wem dieses Wissen gehöre, von zentraler Bedeutung für den Entwicklungsprozess: „Wissen wächst dann, wenn es von allen geteilt wird. Es ist nichts Knappes. Das Potential von Wissen liegt in seiner Nutzung durch möglichst viele.“ Patente stülpten diesem Wissen die Zwangsjacke der Warenform über, schlössen aus und töteten nicht nur die Kreativität, sondern verhinderten z.B. im Gesundheitsbereich, dass viele heilbare Erkrankungen geheilt würden. Die Entwicklung des Computerbetriebssystems Linux zeige, dass der öffentlicher Umgang mit Wissen sowie persönliche Kreativität und Engagement sich gegenseitig stimuliere. Würde man diese Organisationsweise von Wissen auf den Gesundheitsbereich umlegen, „wäre es möglich“, so Novy, „die großen Krankheiten wie Aids und Malaria zu überwinden“.
Kämpfen, für diese andere Welt.
Der Autor studiert Soziologie und Internationale Entwicklung an der Universität Wien und ist Mitorganisator von https://www.keineuni.org/. Reaktionen bitte an redaktion@pfz.at