Workshopsprache: Englisch / Workshop language: English
Wie kann internationale Entwicklungszusammenarbeit in Regionen gelingen, die von Konflikten, politischer Instabilität oder eingeschränkter akademischer Freiheit betroffen sind? Dieser Workshop befasst sich mit den komplexen Realitäten der Hochschulzusammenarbeit mit Einrichtungen in Ländern wie Äthiopien oder Uganda, wo sich Bedingungen schnell verändern und die Zusammenarbeit vor große Herausforderungen stellen.
Caroline Paparu und Dr. Hafte Mebrahten Tesfay werden ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus erster Hand bei der Umsetzung von Projekten im Rahmen der Programme APPEAR und KoeF weitergeben. Ihre Perspektiven werden die Grundlage für eine tiefergehende Diskussion über Schlüsselfragen bilden, wie z. B.:
Wie können Projekte flexibel und wirkungsvoll bleiben, wenn sich der Kontext unvorhersehbar verändert?
Wie können Einzelpersonen oder Organisationen Entscheidungen treffen und Maßnahmen ergreifen, wenn sie mit schwierigen ethischen Dilemmata und logistischen Herausforderungen in komplexen, instabilen oder kontroversen politischen Kontexten konfrontiert sind?
Wie sieht eine gerechte Partnerschaft unter ungleichen Zugangs-, Mobilitäts- oder Sicherheitsbedingungen aus?
Referent*innen:
Caroline Paparu ist Doktorandin im Rahmen des von APPEAR finanzierten AMUTI-Projekts, das am BOKU-Institut für Entwicklungsforschung angesiedelt ist. Ihr Dissertationsthema ist: Negotiating Inclusion: Ein intersektioneller feministischer Ansatz zur Verwaltung natürlicher Ressourcen in Flüchtlingsgemeinschaften in Uganda. Sie erforscht Machtdynamiken beim Zugang, der Nutzung und der Erhaltung natürlicher Ressourcen auf Haushaltsebene im Kontext von Flüchtlingen und Aufnahmegemeinschaften, indem sie interdisziplinäre Ansätze mit einem intersektionalen Blickwinkel verwendet. Caroline hat Erfahrung im akademischen Bereich und in der Zivilgesellschaft und war zehn Jahre lang im Bereich des Erfahrungslernens und der Forschung in Entwicklungsstudien an der Uganda Martyrs University tätig. Zuletzt leitete sie das Projekt See Far (Psychosoziale Unterstützung und wirtschaftliches Empowerment für Frauen und Mädchen, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Konfliktvergangenheit überlebt haben – finanziert durch die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit über Medica Mondiale) beim Mentoring and Empowerment Program for Young Women (MEMPROW).
Hafte Tesfay ist Forscher am Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft in Österreich und Mitglied der BOKU Universität Wien. Seine Arbeit konzentriert sich auf die biologische Vielfalt der Wälder, den Naturschutz und die Rolle der Agroforstwirtschaft bei der Abschwächung des Klimawandels und der nachhaltigen Sicherung der Lebensgrundlagen. Er ist (Mit-)Leiter des STRENGTH-Projekts, das Frauen in der Agroforstforschung und -ausbildung im äthiopischen Fogera-Distrikt befähigt, sowie des APPEAR-Projekts zur Wiederbelebung der akademischen Kapazitäten der Universitäten Mekelle und Adigrat nach dem Konflikt: Einführung von peri-urbaner Agroforstwirtschaft für Klimaresilienz, Waldwiederherstellung und Verbesserung der Lebensgrundlage von Frauen.
APPEAR (Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development) ist ein Förderprogramm der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Das übergeordnete Ziel von APPEAR ist die Stärkung der wissenschaftlichen Grundlagen und institutionellen Kapazitäten in den Bereichen Hochschulbildung, Forschung und Management in den Partnerländern durch akademische Partnerschaften mit österreichischen Hochschulen und Master- und Doktoratsstipendien. Darüber hinaus zielt APPEAR darauf ab, das Engagement für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung an österreichischen Hochschulen zu erhöhen. Seit 2009 hat APPEAR über 100 Kooperationsprojekte in 20 Ländern weltweit ermöglicht – viele davon in fragilen oder politisch sensiblen Kontexten.
KoEF (Kooperation Entwicklungsforschung) ist ein vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) finanziertes Förderprogramm zur Unterstützung wissenschaftlich exzellenter Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Gefördert werden Kooperationsprojekte zwischen österreichischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen und Institutionen in Ländern des Globalen Südens mit dem Ziel, einen Beitrag zur Analyse und Lösung lokaler Herausforderungen und zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) zu leisten. Die KoEF fördert derzeit 27 kooperative Forschungsprojekte in 20 Ländern weltweit.