Globale Ungleichheiten – das Thema der #ET2022english

 

Globale Ungleichheit war seit jeher eine unbewältigte Herausforderung, die aber aufgrund politischer Interessen verdrängt wurde. Doch jede neue Krise verschärft bereits vorhandene Ungleichheiten. Während der Covid-19-Pandemie ist die globale Ungleichheit deutlich gewachsen; Klimakrise und die aktuellen Kriege bewirken, dass es um Gleichheit und Gerechtigkeit weiterhin schlecht bestellt ist:

>> Die COVID19-Pandemie hat vorhandene Schieflagen weiter verstärkt: Die Allerreichsten wurden noch reicher, während viele Menschen, die in prekarisierter Lage leben, Arbeit und Einkommen verloren.

>> Die Klimakatastrophe ist weiterhin ungebremst in vollem Gange und trifft Arme in besonderem Ausmaß, während sich Wohlhabende teure Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel leisten können.

>> Aktuelle militärische Konflikte wie der Aggressionskrieg Russlands gegen die Ukraine schaffen viele Kriegsverlierer*innen und wenige Kriegsgewinner*innen. Die damit einhergehenden geopolitischen Veränderungen haben wiederum Auswirkungen auf globaler Ebene und verstärken hier vorhandene Ungleichheiten.

So bleibt auch im 21. Jahrhundert die Welt weit davon entfernt, sich des Adjektivs „ungleich“ zu entledigen. Vielmehr haben wachsende Ungleichheitsraten im Globalen Norden in Folge der Finanzkrise seit 2008/09 zu intensiveren Diskussionen ihrer Ursachen und möglicher Gegenstrategien geführt. Der breite Erfolg von Publikationen von Ungleichheitsforscher*innen wie Thomas Piketty, Kate Raworth, Branko Milanović, Kate Pickett oder Anthony B. Atkinson zeigen, dass das Thema unter den Nägeln brennt. Mehr lesen

 


SDG Ziel 10 | Abbau von Ungleichheiten | Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Was soll erreicht werden?

  • Bis 2030 nach und nach ein über dem nationalen Durchschnitt liegendes Einkommenswachstum der ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung erreichen und aufrechterhalten.
  • Bis 2030 alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Rasse, Ethnizität, Herkunft, Religion oder wirtschaftlichem oder sonstigem Status zu Selbstbestimmung befähigen und ihre soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern. Mehr lesen

(c) UN


Im Folgenden finden Sie Beiträge, die im Vorfeld der Entwicklungstagung 2022 zum Thema globale Ungleichheiten veröffentlicht wurden:

 

#webET2020: Nationalismus als Antwort auf die Pandemie in Süd- und Südostasien.

Wie manifestiert sich gesellschaftliche Ungleichheit seit dem Ausbruch von COVID-19 in Süd- und Südostasien? Löst die Pandemie gesellschaftliche Umbrüche aus? Welche Unterschiede gibt es im Umgang mit der Krise? Diese Fragen wurden am 13. November 2020 im Rahmen der #webET2020 behandelt. Schwerpunkt der Konferenz waren globale Ungleichheiten im Kontext der COVID-19 Pandemie. Das Gespräch wurde...

#webET2020: Women's issues, climate change and political tensions.

An online panel discussion, co-organised by WIDE and the Paulo Freire Zentrum in the framework of the Austrian Development Conference 2020, held on Friday 13 November 2020, gathered experts to discuss about the COVID-19 crisis in Asia, with a special focus on India. The speakers were Sanam Amin (an independent consultant with a background in...

#webET2020: Autoritäres Krisenmanagement in Brasilien und Peru.

Der empirische Befund, dass COVID-19 in Ländern mit großer sozialer Ungleichheit besonders viele Opfer fordert, kann mit Blick auf Lateinamerika leider nur bestätigt werden. Schwache Gesundheitssysteme und unzureichende sozialstaatliche Unterstützung als Resultat neoliberaler Politik liefern weite Teile der Bevölkerung dem Virus schutzlos aus. Im Rahmen des Lateinamerika-Panels der #webET2020 diskutierte Anna Preiser (Institut für Politikwissenschaft,...

#webET2020: Wie Illegitime Finanzströme in Afrika den Kampf gegen die Pandemie erschweren.

COVID-19 stellt Gesundheitssysteme weltweit vor große Herausforderungen. Doch gerade in afrikanischen Staaten fehlen oft schlicht die budgetären Mittel, um auf die Krise angemessen reagieren zu können. Das Afrika-Panel der #webET2020 stand im Zeichen der Frage, wie illegitime Finanzströme die Lage auf dem Kontinent verschärfen und was dagegen unternommen werden kann. Während in der EU die...

#webET2020: Auf der Suche nach gemeinsamen Lösungen.

Dass die Krise um COVID-19 nicht alle im gleichen Maße trifft und somit Ungleichheiten verschärft, wurde in den letzten Monaten deutlich. Wie reagieren verschiedene Staaten darauf und was kann aus den bisherigen Reaktionen auf die Pandemie gelernt werden? Das Global Panel der #webET2020 am 14. November 2020 widmete sich der Auseinandersetzung mit diesen Fragen und...

Beste aller Welten – Reden über Ungleichheit.

Zwei gegenläufige Trends sind in der Entwicklungspolitik zu beobachten: Einerseits beeindruckende Erfolge bei der Armutsbekämpfung, andererseits die Zunahme der globalen Ungleichheit. Wie diese beiden Phänomene mit den großen Herausforderungen unserer Zeit – etwa der ökologischen Krise – zusammenhängen, wurde in der Auftaktveranstaltung zur #webET2020 debattiert. Am 11.11.2020 diskutierten online Entwicklungssoziologin Karin Fischer (JKU Linz) und...

Zivilgesellschaft unter Druck: Schwindende Aktionsräume in Nord und Süd.

Die sich verschärfende soziale Ungleichheit erfordert ein mutiges Gegensteuern durch zivilgesellschaftliche Organisationen, deren Freiräume jedoch nicht erst seit der COVID-19-Pandemie zunehmend eingeschränkt werden. Welche Auswirkungen hat das Phänomen der shrinking spaces (dt.: schrumpfende Räume) auf die Kämpfe um Gleichheit und welche Antworten gibt es auf die damit verbundenen demokratiepolitischen Herausforderungen? Über diese Fragen wurde in einem von...

Im Streit um Raum für Zivilgesellschaft

Podiumsgespräch zu Globaler Ungleichheit und den shrinking spaces globaler Zivilgesellschaft. Livestream zum Webinar:  Wenn Sie auf das Video klicken, wird es über YouTube aufgerufen. Bitte beachten Sie die Datenschutzbestimmungen von YouTube Zeit: Mi., 21. Oktober 2020, 16.00 bis 17.30 Uhr Ort: Online Veranstaltung – Webinar über Zoom. Die Aufzeichnung des live-streams finden Sie hier…  ...

Buchrezension: Globale Ungleichheit.

Wie sich Ungleichheiten in der globalen Gesellschaft ausdrücken, wie sie entstehen und welche Maßnahmen ergriffen werden können, argumentieren die Entwicklungsforscherinnen Karin Fischer und Margarete Grandner in ihrem neuen Buch. Vertrauen in Kapitalismus bröckelt. Die 2.000 reichsten Menschen der Welt besitzen mehr als die ärmeren 4,6 Milliarden, so der neue Bericht der britischen NGO Oxfam, der...

Webinar mit Jayati Ghosh: The coming global recession - building an internationalist response.

COVID-19 – Wie kann eine progressive wirtschaftliche Antwort aussehen? Das Transnational Institute (TNI) präsentiert ein Webinar mit Jayati Ghosh (Referentin der 8. Entwicklungstagung), dem philippinischem Soziologieprofessor Walden Bello, dem kanadischen Geschichtsprofessor Quinn Slobodian und der feministischen Ökonomin Liepollo Pheko aus Südafrika, auf der Suche nach einer globalen Antwort auf die kommende Rezession. Wenn Sie auf...
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Europas Handel verschärft Ungleichheiten.

Diesen September stimmte das österreichische Parlament gegen das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur. Die weltgrößte Freihandelszone wurde gerade noch aufgehalten. Eine Diskussion darüber, wie Handel Gesellschaften ungleicher macht. In Linz, der Gastgeberstadt der kommenden Entwicklungstagung, fand am 27. November 2019 eine Vorveranstaltung für diese statt. Soziologin Karin Fischer (Johannes Kepler...
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CO2-Steuern gegen Ungleichheit?

Wohlhabende Bevölkerungsgruppen haben einen großen Teil der Klimakrise verursacht. Weniger Privilegierte tragen oft die Folgen. Es muss etwas passieren. In diesem Punkt sind sich alle Vortragenden einig. Können Steuern ‚ökologischer Ungleichheit‘ entgegenwirken? Anke Schaffartzik (Universität für Bodenkultur, Wien) fordert einen radikalen Bruch mit unserem Wirtschaftssystem. Karlygash Kuralbayeva (King’s College, London) hingegen präsentiert Strategien für einen...

Muss Entwicklung ungleich sein?

Die von Oxfam kürzlich veröffentlichten Zahlen zu Armut und Reichtum in der Welt zeigen, dass die reichsten 26 Männer 2018 genauso viel wie die ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung besaßen. Wie können wir mit den Ungleichheiten in und zwischen Ländern national und global umgehen? Diese Frage wurde am 2. April 2019 im C3 – Centrum...

Buchrezension: Das Kapital im 21. Jahrhundert.

Der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty eroberte mit seinem hoch gelobten Werk „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ die Bestsellerlisten und revolutionierte das Nachdenken über Ungleichheit. Ein Kommentar von Andreas Novy. Thomas Piketty hat mit seinem Bestseller Capital in the Twenty-First Century geschafft, was sozialen Bewegungen und WissenschafterInnen lange nicht gelungen ist: Ungleichheit ist wieder ein Thema. Mit...